Nachwuchsturnier der Wako NRW e.V.

Der Tag der Premieren und Neubeginne

Der Tag der Premieren und Neubeginne Die Wako NRW eV hat sich neu organisiert und begann ihre Arbeit mit einem Nachwuchsturnier. Austragungsort war Duisburg und es geschah am 14.11.2010. Der Budo SV hat eine lange Zeit der Turnierabstinenz durchlebt und so war es auch für uns ein Neubeginn, dass sich drei Kickboxer wagten, am Turnier teilzunehmen. Für Anika Schipper war es die ultimative Premiere, für Jasmin Lindner ein Neubeginn, nachdem sie auf der Landesmeisterschaft gleich im ersten Kampf ihr erstes KO durchstehen musste. Die Dame, die dafür verantwortlich war, kann man auf der Fotostrecke sehen. Dimitraa Rapti, die Mutter von Alexis, bisher über viele Jahre eine stimmgewaltige Zuschauerin der Kämpfe ihres Sohnes, hatte sich entschieden, nunmehr all ihr Zuschauerwissen um den Semikontakt auch in die Arbeit als Kampfrichterin einfließen zu lassen.

Und das hat sie mit Bravour bestanden. Herzlichen Glückwunsch von mir. Jasmin Linder wusste – wie die Vorworte es schon darlegten – genau, worauf man sich beim Kämpfen im schlimmsten aller Fälle einlässt. Ihre Vorbereitung war aufgrund ihrer beruflichen Einbindung nicht so optimal wie wir beide es uns gewünscht hätten, aber Jasmin ist eine Frau, die im Leben steht, couragiert und selbstbewusst, daher konnten wir dieses „Risiko“ getrost eingehen. Ihre Gegnerin aus Münster bot ihr in der ersten Runde paroli, die dominanteren Aktionen gingen aber von Jasmin aus. Dann – und hier zeigte sich wieder wie wichtig die konditionelle Aufbau- arbeit ist – verrutschte nicht nur das Kopftuch unter dem Helm, sondern auch die Kondition brach ein. Somit war das Ergebnis einer 2:1 Punktrichterentscheidung für die Gegnerin ok. Aber nicht immer ist der Sieg entscheidend, denn es stellt immer wieder auch eine hohe psychische Anforderung dar, sich in einem Turnier fremden Gegnern zu stellen. Die jungen Männer im Verein sind da leider nur sparsam vertreten!

All diese Anforderungen, gepaart noch mit erheblichen Selbstzweifeln, trafen vor dem Turnier auf das Küken zu. Anika Schipper hatte in der sechswöchigen Vorbereitung mehr sich selbst zum Gegner als alles Andere. Immer wieder zweifelte sie an ihrer Leistungsfähigkeit, schlug sich mit „was ist wenn-Situationen“ herum. Aber dafür gibt es uns – wir bauen auf, wir unterstützen, wir bemühen uns, Selbstbewusstsein aufzubauen. Die Frage war nur, ob dies alles im entscheidenden Moment etwas nutzen würde? Ihre erste Gegnerin war eine aus dem Taekwondo kommende junge Frau vom Tan Gun Dortmund, mit Braim Triqui als mir seit langem bekannten, ausgefuchsten Trainer.

[nggallery id=4]

Die Anweisung an Anika war daher, die Fußtechniken durch beherztes Vorgehen nach Möglichkeit zu neutralisieren und über den Infight in den Kampf zu kommen. Nun ja: Wer schon jemals gesehen hat, dass ein Mensch förmlich „unter Strom“ steht, der konnte dies in der ersten Runde deutlich sehen. Aber: die in der Hektik noch unsauberen Stöße trafen ihr Ziel und die Gegnerin fiel ein ums andere Mal zu Boden. Anikas Frontkicks in den Bauch raubten ihr den letzten Nerv, so dass nach dreimaliger Verwarnung der Kampf durch RSC („Referee stops contact“) zu ihren Gunsten entschieden wurde. Völlig am Ende wollte sie den Finalkampf nicht mehr bestreiten, da ihr wohl u.a. das Asthma in der völlig sauer- stofflosen Halle schwer zu schaffen machte.

Aber – mit Unterstützung aller anwesenden weiblichen Fans – und Anikas neuem Kernsatz „Ich will – ich kann“ trat sie zum Finale gegen die zweite Kämpfern von Braim Triqui an. Beseelt vom ersten Sieg fackelte sich daher gar nicht lange und der Kampf endete durch Aufgabe. Das Vertrauen in sich selbst und unser Vertrauen in sie wurde somit durch einen 1. Platz belohnt. Darauf wollen wir nunmehr behutsam aufbauen und sehen, wie Anikas Entwicklung voranschreitet. Der Trainer war zufrieden what else?!