Wer sportliche Übungen durchführt muss atmen

Dieses Atmen bezieht sich – wegen des kraftfördernden Aspektes – u.a. auch auf die kontrollierte und zeitlich richtig eingesetzte   Ausatmung (Siehe Kugelstoßen, Speerwerfen, Sprungdisziplinen).

Früher – Anfang der 70er Jahre des letzten Jahrhunderts – sagte man uns, die Ausatmung im Taekwondo erfolgt durch die Nase. Schön, schön, aber was  mache ich bei Schnupfen? Hinzu kommt, dass ich bei einer nasalen Ausatmung keine Atemkontrolle habe, denn ich kann nicht, wie die Robben oder Seelöwen,  die Nasenlöcher schließen. Also ist es sinnvoll, durch den Mund auszuatmen, da ich durch den Lippenschluss die Ausatmung unterbrechen kann.

Krafteinsatz erfordert immer Ausatmung!

Dieser Grundsatz ist unabdingbar und wurde im Formensystem der Hyong (Tul) auch praktiziert.  Heute laufen wird Taeguk und Poomse und auf einmal gibt es das System der Atemkontrolle nicht mehr? Warum dies???  Es ist aus meiner Sicht eine rein „subjektive Erneuerung“ unserer koreranischen „Vordenker“, die keinerlei sportliche Basis hat. Man will hier scheinbar nur den „ästhetischen“ Eindruck der Form nicht durch stärkere oder lautere Atemtechnik „negativ“ beeinflusst sehen.  Dies wird bei uns im Verein nicht gelehrt und praktiziert, denn… Wieso soll ich erst atmen, wenn ich konditionell am Ende bin?

Es scheint mir persönlich so, dass im aktuellen Formensystem der „Taekwondo-Wurm“ liegt. Nicht nur, dass man nach Abkehr vom ursprünglichen Taekwondo schnell etwas Neues kreieren musste, nein man ignorierte auch noch wesentliche Voraussetzungen für die Ausführung einer guten Taekwondo-Technik.  Aber da es ja wohl ohnehin inzwischen nur noch auf Teilaspekte der Kunst als solcher ankommt, kann man etwas derart Wesentliches  wie die Atmung auch noch außer acht lassen. Für diejenigen, die es richtig machen wollen, sei die

Atemtechnik des Taekwondo kurz erläutert: Im Zuge der Muskelkontraktion bei der Ausführung jeder Technik wird ausgeatmet; und zwar in einem Umfang von ca. 2/3 des persönlichen Volumens. Diese scharfe Ausatmung dient der Kraftförderung. Das durch Schließen der Lippen einbehaltene restliche 1/3 hat folgende Sinn: Der Oberkörper erhält Festigkeit dadurch, dass sich die Zwischenrippenmuskulatur anspannt. Die Wirkung der Technik wird somit unterstützt. Durch diese Spannung wird der Körper vor „Gegenschlägen“ des Gegners in gewissem Umfang geschützt, da die gespannte Muskulatur, zu der auch die Bauchmuskulatur gehört, einen Schlag besser absorbieren kann, als ein „weicher“ Oberkörper. Das restliche Drittel Luft wird sofort in dem Augenblick ausgeatmet, wenn der Aktive die maximale Gesamtspannung des Körpers im Moment des Arretierens der Technik aufgibt.