Der Kampfschrei (kihap)
a. die Bereitschaft anzugreifen und
b. die Bereitschaft den Angriff abzuwehren.

Der Kihap erhöht die Anspannung im Körper zum Zeitpunkt des Kontaktes mit dem Gegner, um der Technik höchste Kraft und Kontrolle zu verleihen. Mit der bewussten Auspressung der Luft und der damit einhergehenden Anspannung der Muskulatur (vor allem Bauch- und Zwischenrippenmuskulatur) sind die Atemwege weniger empfindlich gegen Konterangriffe, ein Gegentreffer auf die Brust (oder Sturz auf den Rücken) in der Ein- bzw. Ausatmungsphase wäre sehr unangenehm.

In der Hosinsul dient der Kihap u.a. auch der Einschüchterung eines Gegners.

Bei Partnerübungen zeigt er

Beim Kyekpa (Bruchtest) dient der Schrei auch der Überwindung eigener Ängste vor dem Schmerz.

In der Atemtechnik nimmt der Kihap (nie kiai sagen, da japanisch) eine Sonderstellung ein.
Um die durch den Kihap erwünschte Wirkung zu erzielen, muss er mit Kraft aus dem Bauchraum kommen. Anfänger neigen dazu, nur die Stimmbänder zu benutzen. Dadurch wird aber keine Körperspannung erzeugt. Die Atemtechnik wird wie ein Pusten.

Es kommt somit auf die richtige Zwerchfell-Atmung an!!!!!!!!!!
Die Luft wird (siehe „Theorie der Kraft“) zu 2/3 aus dem Mund ausgeatmet und die verbleibende Restluft dient dem Aufbau der Körperspannung; s.o.

Wichtig ist, dass der Kihap nur aus einer Silbe bestehen kann (Yo, Ya, Iss, Uss etc), da jede Technik auch nur mit einer Ausatmung begleitet wird.