Der Ax-Kick – Technische Beschreibung und Einsatz im Kampf

Der Ax-Kick ist eine der Fußtechniken im Kickboxen, die im Wettkampf nur selten Anwendung finden, da – bei nicht konsequenter Ausführung – die Störungs- und Konteranfälligkeit sehr hoch ist.

Angriffsziel und Trefferfläche
Das Angriffsziel dieser Technik ist das gegnerische Gesicht.

Getroffen wird der Gegner in der Regel mit der Fußsohle, die von oben auf das Gesicht heruntergeschlagen wird.

Technische Ausführung
Zu berücksichtigen ist – um die Technik auch wirkungsvoll werden zu lassen -, dass es sich um einen Abwärtsfußschlag handelt, der das Ziel von oben kommend treffen soll.

Um dieses Ziel zu erreichen, muß im Training darauf geachtet werden, dass schon beim Hochziehen des Technikknies der Fuß zum Ansatzpunkt oberhalb des Trefferpunktes gezogen wird.

Ansatz
Für den Ansatz dieser Technik und ihre Ausführung muß man sich im Klaren darüber sein, dass es sich hier um einen Abwärtsfußschlag handelt.
Die Technik erhält ihre Schlagkraft zum einen aus dem gezielten Einsatz der Gesäßmuskulatur und zum anderen aus dem konsequenten Eindrehen des Standfusses nach innen Richtung Gegner, damit die Technikhüfte einen großen Bewegungsspielraum und –radius erhält.

Eine erhebliche Minderung der Schlagkraft und vor allem der Reichweite entsteht dadurch, dass der Standfuß nicht eingedreht wird und dadurch die Technikhüfte nur eine sehr geringe „Techniklänge“ in Richtung auf den Gegner zuläßt.

Wichtig ist daher, dass die Anreißbewegung des Knies, das leichte Eindrehen des Standfußes nach innen und die impulsartige Beschleunigung des Fusses zum Höhepunkt, von dem dann die abwärts gerichtete Schlagbewegung ausgeht, flüssig erfolgen.

Anwendung der Technik im Kampf
Der Ax-Kick ist eine Technik, die sich im Verlauf eines Kampfes nicht ständig anwenden läßt, da sie nicht ohne ein gewisses Risiko für den Ausführenden erfolgt. Die Gefahr der Technik liegt m.E. in einer nicht konsequenten Ausführung, was u.a. den kraftvollen Abwärtsschlag betrifft. Häufig sieht man, dass der Fuß zwar den Höhepunkt schnell erreicht, das Bein dann aber kraftlos nach unten fällt, ohne einen entsprechenden Druck zu erzeugen.

Man kann sie wie folgt verwenden:
a. Als Einleitungstechnik für einen eigenen Angriff vor allem dann, wenn der Gegner kleiner ist.

b. Unter Berücksichtigung von a., wenn durch den Fußschlag die gegnerische Deckung aufgerissen wurde,
    den eigentlichen Angriff mit den Händen fortzuführen.

c. Als Folgetechnik nach einem Angriff mit den Händen oder um nach dem Lösen vom Gegner einen Folge
   angriff einzuleiten.

Der Lehrweg für den Ax-Kick
– Grundsätzliches
a. Zunächst ist darauf zu achten, dass beim Anreißen des Technikbeines der Standfuß mit seiner Längs-
   achse nach innen mit Richtung zum Ziel eingedreht wird (Drehung auf dem Fußballen); dadurch ist
   sichergestellt, dass die Hüfte einen großen Bewegungsradius erhält und die Technik eine maximale
   Reichweite. Wichtig ist, dass der Standfuß mit seiner gesamten Fläche auf dem Boden steht und der Fuß
   nicht mit der Ferse abgehoben wird und nur noch mit dem Fußballen Kontakt hat. Dadurch ist die Gefahr
   groß, dass es zu Verdrehungen im Knöchel führt, die langwierige Beeinträchtigungen hervorrufen können.

   Der Oberkörper ist aufrecht zu halten und vor allem ist wichtig, dass die Arme nicht geöffnet werden, son-
   dern in der Boxgrundhaltung verbleiben, um dem Gegner nicht unnötig große Angriffspunkte zu eröffnen.

b. Der Sportler muss darauf achten, dass der Fußschlag wirklich senkrecht vorn ausgeführt wird. Oft sieht
    man, dass der Fuss vom Höhepunkt schräg nach außen/unten geschlagen wird, was ein genaues Treffen
    erschwert und dem Gegner das Ausweichen erheblich vereinfacht.

c. Der Sportler wird angehalten, darauf zu achten, dass der Oberkörper sich im Moment des Schlages leicht
    nach hinten beugt, wodurch die Reichweite der Technik erheblich gesteigert wird, da durch diese Beuge-
    bewegung automatisch das Becken Richtung Ziel nach vorn geschoben wird. Außerdem wird dadurch ge-
    währleistet, dass der Schlag nach schräg vorn geht und der Technikfuß nicht – wie man es bei Anfängern
    manchmal sieht – hart auf den Boden aufschlägt.

Pratzentraining
Die Anwendung beim Pratzentraining erfolgt unter dem Gesichtspunkt, dass einerseits die Fußsohle das Ziel trifft und zum anderen der Sportler darauf achtet, nach dem Treffen der Pratze schnellstmöglich wieder in eine stabile Stellung zu kommen, um gfls. mit den Händen den Angriff fortsetzen zu können.

Hier ist es von besonderer Bedeutung – gerade für das Training der Reichweite dieser Technik -, dass die Pratze so gehalten wird, dass die Trefferfläche – wie ein Gesicht auch – nach vorn zeigt. Es ist dem Reich-weitentraining m.E. nicht förderlich, die Trefferfläche nach oben zu halten, da im Kampf niemand nach oben guckt und den Kopf dementsprechend verdreht.

Sparring
Im bedingten Sparring kann zur Aufgabe gemacht werden,
a. den Ax-Kick als aufreißende Einleitung zu nutzen, um anschließend mit Boxtechniken den eigentlichen
    Angriff durchzuführen,
b. einen eigenen Angriff nach dem Lösen vom Gegner mit dem Ax-kick zu sichern bzw. weiterzuführen und
c. bei einem geschickten Einsatz des gebeugten Standbeines für eine Raumüberbrückung mit größerer
    Distanz, den Ax-Kick als Überraschungstechnik einzusetzen.

Um dieses Ziel zu erreichen, muß im Training darauf geachtet werden, dass schon beim Anreissen der Standfuß mit der Ferse nach innen zum Ziel einrutscht und der Oberschenkel so hoch wie möglich vor die Brust gezogen wird.